Irreversible Elektroporation (IRE)


Die irreversible Elektroporation (IRE) ist ein verhältnismäßig neues Verfahren zur Therapie von Pankreaskarzinomen. Die Methode ist seit 2006 zugelassen, wurde in Deutschland aber bislang hauptsächlich an der Prostata und der Niere angewandt.

Bei der IRE werden im Rahmen einer kleinen Operation in Vollnarkose Elektroden im Tumor platziert und folgend starke Stromstöße zwischen den Elektroden abgegeben. Hierbei kommt es zu Lücken in der Zellwand der Tumorzellen, die daraufhin den programmierten Zelltod (Apoptose) durchlaufen und vom Immunsystem abgeräumt werden. Der große Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass die umgebenden Gefäße durch die IRE nicht zerstört werden.

Die IRE schließt eine entscheidende Lücke in der Therapie des Pankreaskarzinoms: Patienten im Stadium III, d.h. es besteht ein lokal inoperabler Tumor allerdings ohne Fernmetastasen, wurden bislang wie Patienten im Stadium IV mit einer alleinigen oder kombinierten Chemotherapie behandelt. Eine Entfernung des Tumors war durch eine Operation nicht möglich, da der Tumor im häufigsten Fall mit den großen Arterien des Bauchraums Kontakt aufgenommen hatte. Diese Tumoren können nun bis zu einer gewissen Größe mit der IRE behandelt werden.

Da die IRE ein neues Verfahren darstellt, ist die Studienlage bislang begrenzt. Studienergebnisse aus den USA zeigen im Stadium III eine mediane Überlebenszeit von 24,9 Monaten (Martin et al., Ann Surg 2015;262:486–494), was eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den bisher verfügbaren Therapien bedeutet. Über Behandlungen im Stadium IV liegen kaum Erfahrungen vor.

Möchten Sie sich oder einen Angehörigen zur Therapie mit der irrversiblen Elektroporation (IRE) vorstellen, so können Sie dies in der Pankreassprechstunde (Freitag 8-14 Uhr) tun. Termine können sie unter 0151/58233041 (Frau Palm) vereinbaren, bitte erwähnen Sie dabei, dass sie sich für eine IRE-Behandlung vorstellen möchten.

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